Giftige Kreuzkräuter erkennen

Jacobskreuzkraut
Jacobskreuzkraut

Vorsicht giftige Kreuzkräuter

 

Auf dieser Website möchten wir Sie über die Gefahren informieren, die von den Kreuzkräutern (Senecio, auch Greiskräuter genannt) ausgehen, Ihnen helfen diese zu erkennen und Möglichkeiten zur Problemlösung aufzeigen. 
Es gibt viele verschiedene Arten der Kreuzkräuter, welche alle in allen Teilen hochgiftig sind. Hauptangriffsziel ist die Leber.

Aus Unwissenheit stark verbreitet, lässt sich diese für Mensch und Tier schleichende Gefahr nur noch schwer stoppen.

 

Erstes Angriiffsziel der PA ist die Leber 

 

Die Inhaltsstoffe der Kreuzkräuter (PA=Pyrrolizidinalkaloide) greifen die Leber von Mensch und Tier an. Dies kann je nach aufgenommener Menge und Dauer akut, häufiger aber chronisch verlaufend zur Leberzirrhose führen. 
Pferde und auch andere Lebewesen können nach der Aufnahme größerer Mengen innerhalb weniger Tage sterben. Die irreversible Leberzellschädigung erfolgt aber meist durch geringe Mengen über einen längeren Zeitraum. Bis zum Erreichen des kritischen Punktes können viele Jahre vergehen. Daher wird die auslösende Ursache oft nicht mehr erkannt!

 

Heimtückische Wirkung

 

In der Leber werden die PA zu hochgiftigen Verbindungen umgebaut. Bei geringen PA-Mengen schafft es die Leber anfangs noch, sich zu entgiften. Wird jedoch eine gewisse Menge überschritten, die individuell verschieden ist, wird eine Schädigung der Leberzellen (DNS-Mutationen) in Gang gesetzt, die nicht mehr rückgängig zu machen ist. Im fortgeschrittenen Stadium werden auch das Zentrale Nervensystem sowie die Lungen und die Nieren geschädigt. PA wirken außerdem krebserregend, embryonenschädigend und erbgutverändernd. 

Am empfindlichsten reagieren ungeborene und junge Tiere – und Menschen!

Mähen verstärkt die Giftigkeit um ein Vielfaches. Leider verlieren die Pflanzen im Heu, in der Silage und in Cobs ihre Bitterstoffe, jedoch nicht ihre Giftigkeit, und sind daher für Weidetiere (Pferde > Kühe > Schafe > Ziegen) besonders gefährlich. 

Blattrosetten und Jungpflanzen haben auch im frischen Zustand noch keine fresshemmenden Eigenschaften! 

Kreuzkräuter können sich auch stark in Gemüse- und Kräutergärten verbreiten und sollten sicher erkannt und vollständig beseitigt werden. 


Ganz herzlich bedanken möchten wir uns bei:
Barbara Lattrell, Sabine Jördens und Marianne Stöckeler vom 
Arbeitskreis Kreuzkraut e.V. für Ihre fachliche Kompetenz und Hilfe bei der Textüberarbeitung. 

 

 

Koordination & Öffentlichkeitsarbeit
Kreuzkraut erkennen - Empfehlungen zum Umgang mit Kreuzkräutern, weitere Info unter: 
Barbara Lattrell
 

 

Wildpflanzen essen lernen und Wildpflanzen - Seminar, weitere Info unter:
Marianne Stöckeler
 

 

Wichtig zu wissen

 

Es gibt viele verschiedene Kreuzkräuter (KK), welche alle sehr anpassungsfähig sind. Von Frühjahr bis Herbst – und immer häufiger bis in den tiefsten Winter hinein – sprießen sie wieder überall. KK sind typische Erstbesiedler, sogenannte Pionierpflanzen, die mit extremen Standortverhältnissen (Trockenheit, Rohböden etc.) hervorragend zurechtkommen und sich in Vegetationslücken rasend schnell ausbreiten können. 

 

Gemeinsamkeiten der KK (Kreuzkräuter):

Die Stielblätter sind wechselständig. 
Die Blüten sind komplett gelb und bleiben nachts offen.
Alle Teile der Pflanzen sind giftig, auch die Samen und Pollen!
Blattrosetten und Jungpflanzen haben noch keine fresshemmenden Eigenschaften.
Eine Pflanze kann bis zu 150.000 Samen bilden, die über 20 Jahre keimfähig bleiben können.
 

 

Unterschiede der KK:

1. In den Blüten:
Das Gemeine Kreuzkraut hat keine Zungenblüten. Aus den kleinen, unscheinbaren Korbblüten bilden sich sehr schnell die Samen. Die anderen KK haben alle ähnliche Blüten, typischerweise mit 13 (manchmal aber auch mehr oder weniger) Zungenblüten.
Blütenstände gibt es in Bodennähe, aber auch bis zu einer Höhe von knapp zwei Metern (beim Gemeinen Kreuzkraut nur bis ca. 30 cm).

2. In den Blättern:
Die Blätter sind sehr variabel, selbst ein und dieselbe Pflanze kann viele verschiedene Blattformen haben. 

Maßnahmen

zur Verhinderung einer Massenausbreitung der KK sind:
1. Ausstechen/Ausreißen/Ausgraben (möglichst vor der Samenbildung) mit samt der Wurzel und am besten sofort verbrennen oder in den Restmüll geben. Notreife beachten! Liegengelassene blühende Pflanzen können innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen noch keimfähige Samen bilden.
Wichtig: Bereits gegen Einzelpflanzen vorgehen, dabei Hautkontakt meiden, Handschuhe tragen!

2. Einsatz von Herbiziden
 – handelsübliche Spritzmittel sind allerdings nicht geeignet, da nicht effektiv genug.
Achtung: Ist bei größeren Beständen eine chemische Bekämpfung erforderlich, Beratung beim Pflanzenschutzamt einholen! 
Wichtig: Auch chemisch behandelte Pflanzen behalten ihre Giftigkeit und müssen von der Fläche entfernt und sicher entsorgt werden!

3. Bodenschäden vermeiden
, Vegetationslücken schließen, dichte Grasnarbe herstellen.

Denn Kreuzkrautsamen benötigen Licht zum Keimen. 
Wichtig: Alleiniger Herbizideinsatz hilft nicht dauerhaft, da die Keimfähigkeit der Samen erhalten bleibt.

4. Ausbreitung verhindern
Wichtig: Mit Kreuzkrautsamen in Berührung gekommene Fahrzeuge (Samen haften in Reifenprofilen), Maschinen und Geräte sowie Schuhe sorgfältig reinigen!

 

Notreife beachten! Liegengelassene blühende Pflanzen können innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen keimfähige Samen bilden. 

 

Die größten Gefahren gehen von den sich aktuell massenweise ausbreitenden Arten aus wie:

Jacobskreuzkraut (JKK, Senecio jacobaea, Jacobaea vulgaris)
Raukenblättriges Kreuzkraut (RKK, Senecio erucifolius, Jacobaea erucifolia)
Wasserkreuzkraut (WKK, Senecio aquaticus, Jacobaea aquatica)
Alpenkreuzkraut (AKK, Senecio alpinus)
Bergkreuzkraut (BKK, Senecio subalpinus)
Schmalblättriges Kreuzkraut (SKK, Senecio inaequidens)
Gemeines Kreuzkraut (Senecio vulgaris

Kreuzkräuter können sich auch kreuzen. Das sollte bedacht werden, wenn Pflanzen nicht eindeutig zugeordnet werden können.